20 Jahre Chinesische Medizin & darüber hinaus

Auf diesen Seiten finden Sie eine kurze Darstellung meiner gegenwärtigen Arbeitsweise. Sollten Sie detailliertere Informationen wünschen, schauen Sie gerne ebenfalls auf https://www.tcm-sh.de vorbei.

In der Praxis für Ostasiatische Heilverfahren & Integrative Medizin werden ohne Ausnahme ALLE Beschwerdebilder behandelt. Manche Erkrankungen haben Spezialisierungen hervorgebracht, denen ich, soweit erforderlich, besondere Aufmerksamkeit schenke. Hierzu gehören u.a. die Augenakupunktur und die Integrative Onkologie.

Als ich 1998 mit dem Medizinstudium begann, war das Ziel „irgendwann“ Chinesische Medizin praktizieren zu können. Gut 2 Jahre später begann an den Wochenenden parallel zum Medizinstudium die Zusatzausbildung in TCM, noch zu einem Zeitpunkt als es keine Akkreditierungen für Ärztinnen und Ärzte durch Ärztekammern gab oder Vorgaben durch jene.

Die Schule in Berlin war eine Zweigstelle einer Österreichischen Schule, die später den Universitätsstatus unter Dr. Andreas Bayer erhielt, einige Jahre später aber in den Annalen versank. So erging es vielen und auch vielen Studiengängen, die als universitäre begründet sein wollten.

Es war ein Buch von John E. Pirog über Meridiantherapie (1996), das alles auf den Kopf stellte. Schon 2003 ließ es mich meine bis dahin erfolgte Ausbildung in TCM (Taditionelle Chinesische Medizin) infrage stellen. Alles darin stehende war irgendwie anders und machte viel mehr Sinn als zuvor Gelerntes. Begrifflichkeiten waren oft dieselben, doch die Interpretationen waren andere, und auch die Therapieweise war verschieden.

Von da an lernte ich, was ich lernen konnte, bei verschiedenen Lehrerinnern und Lehrern an verschiedenen Orten der Welt, und durfte mindestens 10 Stile der Akupunktur näher kennen lernen. Alle praktiziere ich bei weitem nicht mehr in ihrer vollständigen Form. Dr. Tans Balance Methode z.B. ist hervorragend, aber dieser Stil setzt in den meisten Fällen initial 3 Behandlungen pro Woche voraus. Das mag zwar in San Diego funktionieren, aber da, wo ich praktiziere, nicht.

Glücklicherweise gab und gibt es andere Stile, die anderes ermöglichen.

Ebenso lernte ich einen umfassenden Stil von Moxatherapie. Eine wundervolle Behandlungsmethode, die sich am Ende praktisch einfach nicht umsetzen ließ. Die Filteranlagen gaben zu schnell ihren Geist auf und die Kolleginnen und Kollegen im Ärztehaus waren nicht sehr glücklich über den, gelinde gesagt, „Gestank“.

Ganz traumhaft auch die koreanische Handakupunktur Su Jok – die mich Aufsuchenden jedoch waren eher weniger begeistert die Nadeln in ihren Fingern zu verspüren.

Neben all diesen Unwegsamkeiten und vielen mehr, auf die man nach und nach trifft, und die einen veranlassen weiter zu lernen und zu suchen, ist die primär treibende Kraft des Weiterlernens, wenn man Fälle hat, bei denen man mit bereits Erlerntem einfach nicht weiter kommt.

Darüber hinaus kommt man selbst nie auf die Idee der Arroganz zu verfallen, der eigene Stil sei der „Beste“ und alles andere nur „Placebo“, wie bei einigen der LehrerInnen erlebt.

Die Anwendung der Stile und die Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass jeder der Stile positive Resultate zu erzeugen imstande ist. Das Für oder Wider besteht im Wesentlichen in Praktikabilität (z.B. Häufigkeit notwendiger Sitzungen), Umsetzbarkeit (Moxa auf dem Land oder in der Stadt) und Verträglichkeit (dünne Nadeln vs. dicke(re) Nadeln – Akupunktur mit Ziel deutliche Reize zu setzen gegenüber jener, die für die Patienten kaum wahrnehmbare Reize präferiert) etc.

20 Jahre des Lernens sind mittlerweile vergangen und derweil gut 3000 weiterqualifizierende Stunden absolviet, und in der Zwischenzeit hat sich meine Art zu praktizieren mehrfach geändert. Auf diesen Seiten finden Sie Informationen, wie ich gegenwärtig praktiziere. Dabei behalte ich mir vor, meine Arbeitsweise mit jedem neuen Erkenntnisgewinn immer wieder zu überprüfen und anzupassen.

Die Auswahl eines spezifischen Therapieverfahrens ist immer abhängig vom Einzelfall. Für den einen ist es die Ohrakupunktur, für den anderen die Körperakupunktur, für wiederum andere die Mikrostromtherapie. Das Beschwerdebild entscheidet und letztlich die Erfahrung des behandelnden Therapeuten.