Palpation

Den meisten von uns dürften die Zungen- und Puls-Diagnostik in der Chinesischen Medizin bekannt sein. Weniger bekannt dürfte sein, dass es Traditionen gibt, die ganz bewusst auf die ein oder andere verzichten, und dass es über diese beiden Verfahren hinaus weitere wie die Antlitzdiagnostik, Irisdiagnostik, Bauchzonendiagnostik etc. gibt, die teils ausschließlich zur Anwendung kommen.

Ich erinnere mich noch gut an die Worte Dr. Tans auf die Frage, ob er je den Puls nimmt: „Puls? Aber freilich nehme ich den Puls, jedoch nicht, weil ich ihn brauche, sondern nur damit ich nicht erklären muß, warum ich ihn nicht brauche, wenn neue Patienten zu mir kommen und vor mir bereits andere Praktizierende hatten.“

Bei Palpation denkt man womöglich auch erst einmal an die Pulsdiagnostik, die von nur wenigen wirklich beherrscht wird. Weiß man zudem darum, dass sich der Puls mit Tastung beginnt unmittelbar zu ändern, wird verständlich warum in Untersuchungen oft nur wenig Deckungsgleichheit in finaler Diagnose basierend auf dem Puls bei hintereinander den Puls Nehmenden auffindbar ist.

Ein weitaus objektiveres Palpationsverfahren ist die Bauchzonen- sowie Druckpunktdiagnostik. Jenes hat darüber hinaus im Gegensatz zur Irisdiagnostik z.B. den Vorteil unmittelbarer Überprüfbarkeit der jeweiligen Behandlungsschritte und das meist sowohl für die palpierende als auch die palpierte Person.